Sharon Page hat Produktdesign an der Universität studiert und viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Aber ihre große Liebe galt immer der Literatur. Mittlerweile hat sie nur noch einen Halbtagsjob und widmet den Rest der Zeit dem Schreiben ihrer preisgekrönten erotischen Romane. Sharon Page ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Besucht doch auch einmal die Homepage der Autorin. Eine Aufstellung aller Romane könnt Ihr hier nachlesen.
Der Reiz des Verbotenen (Sin)
ISBN 978-389941488-2; Mira-Verlag 2008; 428 Seiten,
Kategorie: Erotica
Inhaltsangabe: Venetia Hamilton ist jung, schön und unschuldig! Die geheimen, sinnenfrohen Orgien der Londoner Gesellschaft kennt sie nur von den erotischen Bildern, die ihr Vater malt. Bis sie Marcus Wynham, Earl of Trent, begegnet. Mit einem heißen Kuss weckt der erfahrene Verführer ihre Neugier, mit seinen erfahrenen Zärtlichkeiten schürt er ihr Verlangen, so dass ihre Sehnsucht nach sexueller Erfüllung bald immer verzehrender brennt ...
Review: Dieser Roman von Sharon Page ist einer meiner ersten erotischen Liebesromane und deshalb fällt es mir schwer, hier eine objektive Beurteilung zu schreiben. Deshalb möchte ich das Buch unterteilen; zum einen den erotischen Aspekt beleuchten und zum anderen die Story selbst. Die Geschichte selbst ist - ehrlich gesagt - eher schwach. Natürlich ist mir klar, daß die Storyline eigentlich nur als roter Faden dient, um die einzelnen erotischen Sequenzen in einen logischen Kontext zu bringen - aber was Sharon Page hier vorgelegt hat ist wohl eher hanebüchern. Zum einen hat mir zwar das Regency-Setting gefallen, anderseits muss man sagen, daß eine Autorin bei einem historischen Roman doch bitte etwas mehr Arbeit in die Recherche stecken sollte. Zwar finde ich den Ansatz interessant, daß der an sich prüde englische "Ton" insgeheim erotischen Lastern nachhängt, daß er dies aber ohne jegliche Diskretion tut und ohne ein Mindestmaß an Peinlichkeit - das habe ich der Autorin beim besten Willen nicht abgenommen. Selbst heute verstecken sich Besucher von Swingerclubs hinter Masken um ihre Privatsphäre zu wahren - und hier poppt Lady X mit Lord Y fröhlich über alle Tische und Bänke? Nein - das war zuviel des guten und hat einen Großteil der Atmosphäre zerstört. Natürlich sollte man an die Storyline in einem erotischen Roman nicht allzu grosse Erwartungen setzen, deshalb kann ich der Autorin diesen Hang zur Übertreibung auch verzeihen. Nun zur erotischen Komponente: Die ist wirklich hervorragend geglückt. Die Autorin nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund und nennt alle Dinge konkret beim Namen: Mal romantisch, mal derb mal etwa medizinisch - aber insgesamt erzeugt die Sprache doch eine wirklich prickelnde Atmosphäre. Das Prickeln mag der ein oder anderen Leserin jedoch vergehen, wenn sie sich der Mitte des Buches nähert: Da geht es dann wirklich zur Sache: Homosexualität, Sex mit mehreren Partner, Voyeurismus, Bondage... Sharon Page schreibt sich mutig durch alle Spielarten der zwischenmenschlichen Erotik. Mir hat dieser Ausflug gut gefallen - manch feinerer Natur mögen diese Dinge doch zu derb geschildert sein. Insgesamt also ein wirklich geglückter höchst erotischer Roman der mich neugierig auf mehr gemacht hat..